Mädchenförderung – MOTIVIA Stadt Aachen – IN VIA Aachen e.V.

IN VIA Aachen e.V.

Schulbezogene Jugendsozialarbeit

MOTIVIA

Projekt für schulmüde Jugendliche
in der Stadt Aachen

Mädchen - Projekt

Das Mädchen-Projekt findet wöchentlich im Nachmittagsbereich statt.
In einem geschützten Rahmen finden die Mädchen Zeit und Raum, ihre Themen, Ideen und Schwierigkeiten anzusprechen. Diese werden von der pädagogischen Mitarbeiterin aufgenommen und behutsam umgesetzt und in die soziale Gruppenarbeit integriert.

Hauptziel der Mädchenarbeit ist es, die Mädchen in ihrer geschlechtsspezifischen Identifikation, in ihrer Selbstbestimmung zu unterstützen, in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken, ein positives Selbstbild zu schaffen und sie in ihren Gedanken und in ihrem Verhalten ernst zu nehmen, so dass sie sich und andere langfristig wertschätzen und akzeptieren lernen.

Inhaltliche Schwerpunkte u.a.:

  • Arbeit am eigenen Selbstbild
  • Findung eigener Interessen, Stärken, Fähigkeiten, des Rollenbildes sowie die Arbeit damit
  • Auseinandersetzung mit Lebenssituation und -umfeld der Mädchen
  • kreatives Arbeiten
  • Teilnahme am Girls’ Day
  • Projekte zu Themen wie z.B. Selbstbehauptung, Sexualität und Ernährung / Essstörungen
  • Projekt im SJ 2006 / 2007 zum Thema Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft
  • Teilnahme am Babypuppenprojekt in Zusammenarbeit mit Pro Familia Aachen
Besuche von Institutionen und Beratungsstellen wie Donum Vitae, Pro Familia, Frauenärztin, Aidsberatungsstelle, Gesundheitsamt etc.

Immer wieder aktuell und viel besprochene Themen sind Freundschaft, Liebe und auch Sexualität.

Das letzte Halbjahr des Schuljahres 2006/2007 stand ganz unter dem Motto „Liebe, Sexualität und Zärtlichkeit“.

Von der Biologie des menschlichen Körpers mit dem Schwerpunkt Geschlechtsorgane, über den weiblichen Zyklus hin zu Schwangerschaft und Geburt hatten die Mädchen die Möglichkeit, ein Gefühl für ihre weibliche Identität zu entwickeln, ihre Grenzen zu erkennen und diese auch zu artikulieren. Es wurde ein Raum geschaffen, in welchem sie vielleicht unangenehme oder peinliche Fragen stellen konnten, ohne Angst haben zu müssen, nicht ernst genommen zu werden.Foto: Eine Schülerin mit Babypuppe im ArmFoto: Schülerin mit Babypuppe beim Fläschen geben

 

 

 

 

 

Im Rahmen dieser Reihe in Kooperation mit Pro FamFoto: Schülerin im Unterricht mit Babypuppe im Armilia Aachen hatten die Mädchen die Möglichkeit an dem Projekt „Eltern werden ist nicht schwer“ teilzunehmen.
Für fünf Tage und vier Nächte waren die Mädchen mit Hilfe von Babypuppen, den s.g. „Real-Care-Babies“ (elektronische Babysimulationen) allein erziehende Teenager-Mütter.

Diese computerchipgesteuerten Puppen agieren ähnlich wie echte Babys, sie weinen, brauchen Nahrung, Zuwendung. Auch Windeln müssen regelmäßig gewechselt werden, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit.
Während dieser fünf Tage zeichnete der Chip im Inneren der Puppe auf, wie gut die jungen Mütter ihren elterlichen Pflichten nachkamen. Foto: Schülerin mit Babypuppe beim Fläschen geben
Durch dieses Projekt sollten die Schülerinnen auf die verantwortungsvolle und sicher nicht immer leichte mögliche Zukunftsaufgabe einer Elternschaft vorbereitet werden und erfahren, was es bedeutet, 24 Stunden mit einem Baby beschäftigt zu sein, mit allen Anforderungen und der Belastung, die die Versorgung mit sich bringt.
Die Mädchen haben gelernt, dass Babys nicht nur „süß“ und „ein netter Zeitvertreib“ sind, sondern dass ein kleines Kind erheblich das Leben beeinflusst und verändert, dass es viel Verantwortung, aber neben dem Stress auch Freude mit sich bringt. Somit hatten die Mädchen die Chance, eine Idee von Mutterschaft mit ihren vielen verschiedenen Seiten zu entwickeln und ihre weitere Lebensplanung neu zu überdenken.