
Stell dich doch nicht so an?
WenDo bedeutet: Do = der Weg; Wen = Abkürzung für women, also: der Weg der Frau bzw. der Weg des Mädchens. WenDo ist kein Kampfsport, sondern unterstützt die Kreativität und Fähigkeit, den eigenen Lebensraum zu erweitern sowie selbst-bewusst und selbst-bestimmt zu gestalten. Diese Form der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung hat ihren Ursprung vor ca. 35 Jahren in Kanada. Idee und Konzept wurde in den 70 Jahren in Deutschland von der Frauenbewegung aufgegriffen und weiterentwickelt. Ziel ist es, Übergriffe in den jeweiligen Situationen frühzeitig zu erkennen, sich entsprechend davor zu schützen oder sie erfolgreich abzuwehren. Es geht um die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit von Mädchen und Frauen, d.h., Mädchen und Frauen werden sensibilisiert, ihre persönlichen Grenzen ernst zu nehmen, sich zu schützen und sich als Mädchen/Frauen wertzuschätzen. Denn ob eine Frau oder ein Mädchen sich wehrt, liegt nicht an dem Können ausgefeilter Techniken, sondern vor allem an ihrer Entschlossenheit, ihr Leben, ihre Gesundheit, ihre Würde zu schützen, gut für sich zu sorgen. Und das lässt sich erlernen!
Alltägliche Situationen von Mädchen:
Auf dem Schulhof wird ein Mädchen von einem Jungen mit „Du blöde Nutte“ beleidigt.
Ein schwarzes Mädchen hört, wie ein Mitschüler zu einem anderen sagt: „Ich bin doch nicht dein Nigger.“
Ein Lehrer macht die Bemerkung zu einem Mädchen: „Wenn deine Matheleistungen so schön wären wie deine Augen, hättest du eine Eins.“
Die Großmutter umarmt und küsst ihre Enkelin zur Begrüßung.
Eine Lehrerin legt ihre Hand, während sie eine Aufgabe erklärt, auf die Schulter eines Mädchens.
Während sich die Mädchen zum Sportunterricht umziehen, geht der Lehrer durch die Umkleidekabine.
Diese Situationen lösen bei Mädchen häufig unangenehme, blöde oder komische Gefühle aus, die deutlich signalisieren, dass etwas nicht stimmt oder einfach zu nah ist. Es spielt dabei keine Rolle, wie vertraut die Person oder wie gut gemeint die Berührung ist. Das von Erwachsenen oft gehörte „Stell dich nicht so an“ ignoriert ihre Gefühle und ihre Fähigkeit, auf ihre innere Stimme zu hören. Mädchen zu bestärken, gegenüber allen Grenzüberschreitungen „Nein“ sagen zu dürfen, ist eine gute Voraussetzung, auch bedrohliche Situationen als solche zu erkennen und sich ihnen eigenwillig zu wiedersetzen. Der Schutz vor sexuellen Übergriffen beginnt mit dem Recht von Mädchen, auf ihre innere Ampel zu achten.
Erst ein kräftiges NEIN gegenüber Grenzverletzungen und Demütigungen ermöglicht ein JA zu sich selbst und damit auch zu anderen.
WenDo unterstützt Mädchen, sich mit Stimme und Körperausdruck laut und selbstbewusst zu behaupten. Mädchen lernen ihren Gefühlen zu vertrauen, d.h. Gefahren zu erkennen, Situationen einzuschätzen, sich selbst ernst zu nehmen. Auch wird für den Notfall geübt: d.h. kämpfen, schreien, schlagen, treten, losreißen, weglaufen, Hilfe holen, alles für den eigenen Schutz zu tun. Mädchen üben für den Alltag: d.h. zu zeigen, was stört, und herausfinden, wozu sie ihre „Power“ einsetzen möchten.
Kurse für Mädchen:
Weitere Angaben zu den Kursen finden Sie im Kursprogramm auf S. 47
Kurse für Mütter und Töchter
Weitere Angaben zu diesem Kurs finden Sie im aktuellen Kursprogramm 2008 auf der Seite 48
Anmeldung und Infos zu diesen Angeboten bei INVIA Aachen,
Tel. 0241/60908-15.
Geleitet werden die Kurse von Claudia Becker, Dipl.Sozialarbeiterin, WenDo Trainerin, seit 1988 in der Frauen- und Mädchenbildungsarbeit.
Infos und Angebote für Frauen/Mädchen unter:
www.wendo-aachen.de